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Umfrage: Schlechtere Produkte durch TPD2

Ab dem 20. Mai 2016 dürfen in Deutschland nur noch Tabakwaren nach der neuen Tabakproduktrichtlinie der EU (TPD 2) in Umlauf gebracht werden. Deren berüchtigstes Element sind die Ekelbilder, die seither die Packungen verunstalten. Aber auch das Produkt selbst – die Zigaretten bzw. der Lose Tabak – sind betroffen: Aromenverbote und Zubereitungsschikanen schränken die Möglichkeit der Hersteller ein, den Rauchern die bisher geschätzte Ware zu fabrizieren. Das greift viel tiefer in das Leben der Bürger und Verbraucher ein als die äußere Oberfläche der postfaktischen Schockfotos.

Netzwerk Rauchen hat daher im Frühjahr eine Online-Umfrage durchgeführt, um zu erfahren, wie sich das Raucherlebnis (Geschmack und Rauchverhalten) verändert hat. Die Umfrage erbrachte, dass viele Raucher negative Veränderungen durch die neuen Rezepturen bemerkt haben – wie von uns befürchtet. Bei den Fertigzigaretten betreffen die Klagen vor allem geschmackliche Verschlechterungen und ein ungünstigeres Abbrandverhalten. (Eine weitere Verschlimmerung gegenüber der Einführung der sog. „Feuersicheren“ Zigarette 2011.)

Bei Dreh- und Stopftabak stoßen sich die Raucher an anderen Problemen, nämlich solchen, die die Beschaffenheit vor dem Abbrennen betreffen – Grobstücken und Trockenheit. Die Lieblingsmarke kann – wegen eines verbotenen Aromas – auch ganz vom Markt verschwunden sein.

Diagramm Umfrage: Schlechterer Tabak in der Ekelpackung?
Diagramm Umfrage: Schlechterer Tabak in der Ekelpackung?

41 Prozent der befragten Raucher (Fertigzigaretten, Dreh- und Stopftabak, Mehrfachnennenungen möglich) bemerken Verschlechterungen.]

Kein Teilnehmer berichtet eine Verbesserung des Geschmacks/Rauchverhaltens durch die TPD2-Produkte. Rund die Hälfte der Zigarettenraucher beklagt eine Verschlechterung. Beim Losen Tabak sind es etwas weniger, nur ein knappes Drittel. Ein Grund dafür dürfte in der höheren Verwendung zusatzstofffreier Tabake bei dieser Gruppe in unserer Stichprobe (im Vergleich zu den Zigarettenrauchern) liegen, denn diese Tabake sind in geringerem Maße von veränderten Zubereitungsvorschriften betroffen.

Es zeigt, dass die TPD2 – wie erwartet – zu schlechteren Waren für einen Großteil der Tabakgenießer geführt hat. Und das bei den den turmhoch gekletterten Strafsteuern, die dafür zu entrichten sind. In einigen Jahren droht sogar eine drastischere Produktvergewaltigung, nämlich die Nikotionminierung.