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Geprüft und für zu leicht befunden

Der Raucher als Verbraucher hat’s nicht leicht. Zu den ganzen staatlichen Schikanen durch turmhohe Tabak-Sündensteuern, Ekelbilder und anderen TPD2-Unfug kommen auch noch Tricks der Produzenten. Kunden des losen Tabaks sind schon negativ davon betroffen, dass sich die Nikotin- und Teerwerte ihrer Marken schlechter ermitteln lassen als bei Fertigzigaretten – nicht durch das seit 2016 geltende EU-Verbot, die Werte auf den Packungen abzudrucken, sondern auch durch die intransparente Informationspolitik der meisten Herstellerfirmen.

Zusätzlich haben sie mit der Mengenfrage zu kämpfen; so gibt es von vielen Marken kaum kleine Packungen von z.B. 30 Gramm zum Probieren, um nicht gleich Großpackungen erwerben zu müssen. Anders als bei Nahrungsmitteln findet auch keine Auspreisung von Preis pro (soundso viel) Gramm statt. Was wiederum auch für Industriezigaretten zutrifft, genau wie der Umstand, dass manchmal der Preis bleibt und die Menge sinkt. Dass sich in der Schachtel bei gleichem Preis eine Zigarette weniger findet, ist für Raucher keine neue Erfahrung, das sind „versteckte“ Preiserhöhungen, wie sie vor allem der Tabaksteuerirrsinn erzwingt. Gleiches gilt für losen Tabak, dort allerdings ist uns jüngst ein etwas dreister Fall aufgefallen.

Ein West-Tabakbeutel von Reemtsma/Imperial Tobacco hat sich im Preis nicht verändert, aber die Gramm-Angabe ist urplötzlich von der Vorderseite verschwunden (siehe rechts). Die vorher (siehe links) kleiner gedruckte Vorhersage der Stückzahl Zigaretten, die sich daraus stopfen lässt, hilft wenig, hat sie nämlich bei vielen Marken (verschiedener Hersteller) mit der realen Stückzahl kaum etwas zu tun.

In Rauch aufgelöst hat sich die Gramm-Angabe allerdings nicht, sie wurde nur verschämt auf der Rückseite versteckt. Denn: Sie ist geschrumpft (siehe rechts oben). Sowohl in der Menge als auch in der Schriftgröße. Und zwar von 200 auf 170 Gramm, also um stolze 15 Prozent.

Mogelpackung? Augen auf beim Beutelkauf! Angesichts solcher Änderungen bzw. faktischer Preiserhöhungen empfiehlt es sich, im Laden genau hinzuschauen. Hauptfeind des Rauchers ist zwar die Obrigkeit, aber die Tabakunternehmen sind nicht unbedingt unser Freund. Das gilt politisch gesehen, aber auch in Sachen Verkaufstricks.