Kein Platz für giftige Botschaften

„Kein Platz für giftige Botschaften!“ lautet das offizielle Motto des diesjährigen sogenannten Weltnichtrauchertags am 31. Mai – und sogar Netzwerk Rauchen findet es gut. Damit kein Missverständnis aufkommt: Die führende Bundesvereinigung für freien Tabakgenuss meint damit die gegen das Rauchen gerichteten Botschaften, wie sie zum Beispiel auf Zigarettenpackungen verbreitet werden. Das Netzwerk kritisiert die Horror-Warnungen vor allen möglichen Krankheiten als „einseitige Negativ-Propaganda“, die durch emotionale Manipulation Besorgnis und Angst hervorrufen solle. Nach dessen Ansicht können sie durch den sogenannten Nocobo-Effekt sogar Krankheiten auslösen.

Derzeit werden die Ekelbilder auf den Schachteln eingeführt; dazu bietet der Verein ein kommentiertes Sammelalbum zum Ausdrucken plus Onlinegalerie auf der Website www.ihr-uns-auch.eu an.

Die Schockfotos verdrängen die Werteangaben auf den Tabakpackungen – Nikotin, Teer und Kohlenmonoxid – deren Aufdruck ab sofort verboten ist. Die bisherigen Werte hat das Netzwerk Rauchen auf dieser Webseite tabelliert, sie können dort von interessierten Verbrauchern eingesehen werden.

Die den sogenannten Weltnichtrauchertag in Deutschland tragenden Organisationen – Aktionsbündnis Nichtrauchen (ABNR) und Krebshilfe – nutzen jede Gelegenheit, so Netzwerk-Rauchen-Bundesvorsitzender Michael Löb, „die Öffentlichkeit gegen Raucher aufzustacheln und sie als schädlich für die Gesundheit anderer darzustellen. Das sind wahrhaft vergiftete und diskriminierende Botschaften, die das gesellschaftliche Klima schädigen und zu drakonischen Gesetzen führen.“
Der ABNR-Vorsitzenden Martina Pötschke-Langer wird seit Jahren sowohl vom Netzwerk Rauchen als auch von organisierten Dampfern (Konsumenten der sogenannten E-Zigarette) das systematische Verbreiten von Unwahrheiten vorgeworfen.
Pötschke-Langer leitet das „WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle“ beim Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg, eine Zentralstelle zur Koordinierung von Antitabakaktivitäten in Deutschland. Das Netzwerk Rauchen kritisiert diese Ansiedlung seit langem. „Der wissenschaftliche Auftrag des DKFZ und der Lobbying-Auftrag des Kollaborationszentrums schließen einander aus“, sagt Christoph Lövenich von der Vereinigung.

Der „Weltnichtrauchertag“ trägt im englischen Original die Bezeichnung „World No Tobacco Day“ und hat mit Nichtrauchern eigentlich nichts zu tun, sondern mit der Bekämpfung des Tabakgenusses. Korrekter wäre er nach Ansicht des Netzwerk Rauchen mit „Weltantirauchertag“ übersetzt.

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