Das unFAIRE Aus für YUMA-Zigaretten

Die Yuma Germany GmbH in Dortmund hat ihre Produktion bereits zum 31.10.2015 eingestellt und am 18.4.2016 ist das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Der Tabakanbieter ist nicht das erste Opfer der politisch bedingten schlechten Marktlage für kleine Tabakfirmen und er wird wohl leider auch nicht das letzte bleiben. Durch die TPD 2 verschwinden einige der Zigaretten- und Feinschnitt-Produkte – hier geht gleich das ganze Unternehmen den Bach runter. Das Ganze ohne die üblichen PR-Politiker in der „Wir retten die Arbeitsplätze“-Oper, wie es zuletzt z.B. Malu Dreyer in Trier bei den (deutlich größeren!) Firmen Landewyck und JTI versuchte.

Yuma hatte ein durchaus bemerkenswertes Geschäftsmodell,  basierend auf ökologisch angebautem Tabak.  Geschäftsführer Thomas Serwe führte in der „Rundschau für den Lebensmittelhandel“ (11/2013) aus:  „Unsere Lieferanten sind rund 800 kleine Plantagenbesitzer in Brasilien, die ihre Flächen nach dem Drei-Flächen-System bewirtschaften. Nach Tabak wird erst Getreide und dann Gemüse angebaut, bevor wieder Tabak an der Reihe ist. Nachhaltigkeit ist uns sehr wichtig, deshalb haben wir unsere Zigaretten vom Institut für Marktökologie (IMO) als Fairtrade-Produkt zertifizieren lassen. Wir bezahlen den Farmern nicht nur faire Preise für ihren Tabak, sondern verzichten auch komplett auf Spritzmittel, Kinderarbeit und Tierversuche. Außerdem erweitern unsere Farmer ihre Plantagen nicht durch die Abholzung des Regenwaldes.

Muss so viel „bio-öko-soziale“ Korrektheit für die berufsmäßigen Raucherhasser einfach zu viel des Guten sein? Es ist wohl anzunehmen…

Es macht kein Vergnügen, mit seinen Prognosen am bitteren Ende Recht zu behalten: Netzwerk Rauchen hat seit vielen Jahren in unzähligen Berichten und Stellungnahmen zur TPD gewarnt vor einer Entwicklung, die kleinere und mittlere Tabakunternehmen aus dem Markt drängt. Den Schaden haben nicht nur die Branchen-Beschäftigten und die Konsumenten. Die geplanten Werbeverbote werden das erheblich beschleunigen.

 

4 Gedanken zu „Das unFAIRE Aus für YUMA-Zigaretten“

  1. Hallo,
    …mein Name ist Martin Nadler und ich bin Genussraucher (3-5 Zig. pro Tag) – die Yuma-Zigarette (braune Packung) war genial – habe alle anderen vergleichbaren Marken ausprobiert – alles Mist – bin jetzt bei der Marke „Afri“ gelandet (kleinstes Übel!), wobei diese kein Vergleich zur Yuma ist – ich habe in meinem Bekanntenkreis immer geschwärmt: …die beste Zigarette der Welt!!

    Kann mir jemand sagen, ob es vielleicht noch irgendwo Restbestände der Yuma zu kaufen gibt, oder vlt. ein Tip, welche Marke annähernd an die Qualität einer Yuma rankommt – ich weiß: ist immer eine Frage des Geschmacks, aber ich denke mal, dass ich mit meiner Trauer um Yuma nicht alleine bin!? Die Masse raucht halt Marlboro, Camel usw. weil da das Marketing einfach sehr beeinflusst – viele rauchen einfach des Rauchens willens, und machen sich wahrscheinlich gar keine Gedanken, dass eine Zigarette auch“schmecken“ kann (wie eine Zigarre oder Yuma eben) – Tja – sind wohl „Luxusprobleme“, die ich habe, aber ich werde nie verstehen, das Qualität vom Markt genommen und Schrott Jahre überdauert.
    beste grüsse an alle Geniesser martin.nadler

    1. Ich bin ganz genau der Meinung von Martin!! Wenn ich mich entscheide zu rauchen, dann ist das meine Angelegenheit, ob ich mich „vergiften“ möchte oder nicht. Den Tabakanbau mit Pestiziden und Fungiziden und schlechte Handelsbedingungen für die Tabakbauern will ich dabei aber nicht unterstützen.
      Ich möchte doch durch den Kauf von ökologisch angebautem Tabak/Zigaretten dafür Sorge tragen, dass die Umwelt nicht noch mehr verpestet wird.
      Herzliche Grüße
      Marlies

  2. Sehe ich genauso! Yuma- Tabak hat exzellent geschmeckt und Nichtraucher in meinem Umfeld empfanden ihn als weniger gestankbildend als anderen Tabak. Es ist ein herber Verlust, denn es gibt keinen Ersatz. Nicht nur geschmacklich nicht, sondern auch was die Anbaubedingungen anbelangt. Es kann doch nicht sein, dass seelenlos geführte Großkonzerne alles platt machen, was mal in eine bessere Richtung führt! Deren „zusatzfreie“ Tabake kann ich nicht ernstnehmen. Denn die Anbaubedingungen bleiben die selben und da es dort immer nur um „Gewinnoptimierung“ geht, habe ich auch kein Vertrauen in diese Produkte. Ein Comeback wäre toll! 🙂

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