Zukunft der Tabaksteuer

Mitmachen bei EU-Befragung

Bei Gesetzgebungsverfahren werden oft diverse Lobbygruppen und Betroffene angehört, schriftlich oder mündlich, von der Regierung und/oder vom Parlament. Auf EU-Ebene gibt es ebenfalls solche „Konsultationen“, auch bei der Tabakbekämpfungspolitik. Aktuell kann man, ob Unternehmen, Interessenverband oder Einzelperson, zu geplanten Änderungen bei der Tabakbesteuerung Stellung nehmen. Sogar auf Deutsch, das war in der Vergangenheit nicht immer so. Noch bis zum 3. September.

Denn die deutsche Tabaksteuer wird nicht nur in Berlin gemacht, sondern es existiert ein EU-Rahmen zur Höhe und Gestaltung. Netzwerk Rauchen möchte die Tabaksteuer ganz abschaffen, für uns „gehören Tabakwaren wie jedes andere Produkt behandelt“.

Davon will natürlich bei der EU-Kommission niemand etwas hören, denen und den diversen staats- und pharmakonzernfinanzierten Lobbyisten der Antiraucher in Brüssel geht es darum, wie Tabakgenießer noch weiter gegängelt werden können. Auch das Dampfen ist Gegenstand der Befragung.

Dennoch hat sich Netzwerk Rauchen nicht nehmen lassen – wie schon seit über einem Jahrzehnt immer wieder –, den Brüsseler Bürokraten unsere Meinung zum Thema zu geigen. Gegen hohe Tabaksteuern, gegen weitere Verschlimmerungen – und dafür, dass sich die EU aus diesem Thema raushält. Alle Stellungnahmen sollen später bei der EU-Kommission online nachzulesen sein. Mehr sollte man sich davon zwar nicht versprechen, aber Resignation bringt nichts. Das Mindeste, was Sie tun können, ist ebenfalls an der Konsultation teilzunehmen, online, wie gesagt bis zum 3. September.

Geprüft und für zu leicht befunden

Der Raucher als Verbraucher hat’s nicht leicht. Zu den ganzen staatlichen Schikanen durch turmhohe Tabak-Sündensteuern, Ekelbilder und anderen TPD2-Unfug kommen auch noch Tricks der Produzenten. Kunden des losen Tabaks sind schon negativ davon betroffen, dass sich die Nikotin- und Teerwerte ihrer Marken schlechter ermitteln lassen als bei Fertigzigaretten – nicht durch das seit 2016 geltende EU-Verbot, die Werte auf den Packungen abzudrucken, sondern auch durch die intransparente Informationspolitik der meisten Herstellerfirmen.

Zusätzlich haben sie mit der Mengenfrage zu kämpfen; so gibt es von vielen Marken kaum kleine Packungen von z.B. 30 Gramm zum Probieren, um nicht gleich Großpackungen erwerben zu müssen. Anders als bei Nahrungsmitteln findet auch keine Auspreisung von Preis pro (soundso viel) Gramm statt. Was wiederum auch für Industriezigaretten zutrifft, genau wie der Umstand, dass manchmal der Preis bleibt und die Menge sinkt. Dass sich in der Schachtel bei gleichem Preis eine Zigarette weniger findet, ist für Raucher keine neue Erfahrung, das sind „versteckte“ Preiserhöhungen, wie sie vor allem der Tabaksteuerirrsinn erzwingt. Gleiches gilt für losen Tabak, dort allerdings ist uns jüngst ein etwas dreister Fall aufgefallen.

Ein West-Tabakbeutel von Reemtsma/Imperial Tobacco hat sich im Preis nicht verändert, aber die Gramm-Angabe ist urplötzlich von der Vorderseite verschwunden (siehe rechts). Die vorher (siehe links) kleiner gedruckte Vorhersage der Stückzahl Zigaretten, die sich daraus stopfen lässt, hilft wenig, hat sie nämlich bei vielen Marken (verschiedener Hersteller) mit der realen Stückzahl kaum etwas zu tun.

In Rauch aufgelöst hat sich die Gramm-Angabe allerdings nicht, sie wurde nur verschämt auf der Rückseite versteckt. Denn: Sie ist geschrumpft (siehe rechts oben). Sowohl in der Menge als auch in der Schriftgröße. Und zwar von 200 auf 170 Gramm, also um stolze 15 Prozent.

Mogelpackung? Augen auf beim Beutelkauf! Angesichts solcher Änderungen bzw. faktischer Preiserhöhungen empfiehlt es sich, im Laden genau hinzuschauen. Hauptfeind des Rauchers ist zwar die Obrigkeit, aber die Tabakunternehmen sind nicht unbedingt unser Freund. Das gilt politisch gesehen, aber auch in Sachen Verkaufstricks.

Neue Ekelgalerie ist online

Es ist wieder „World No Tobacco Day“ (Weltnichtrauchertag), und die Massenmedien haben mal wieder nichts Besseres zu tun, als kostenlose Antiraucherpropaganda im Sinne von Staaten und Pharmakonzernen zu verbreiten. Das diesjährige Motto in Deutschland lautet: „Pass auf, an wen du dein Herz verlierst!“ Damit man seine Freiheit nicht die Tabakkontrolle verliert, sollte man sich deren Botschaften nicht zu Herzen nehmen.

Sich zu wappnen gegen Manipulation und den Nocebo-Effekt, das liegt dem Netzwerk Rauchen am Herzen. Nach unserem ersten und zweiten Ekelalbum zum Sammeln der Schockbilder auf Tabakpackungen präsentieren wir nun die dritte Staffel der Ekelfotos als reine Online-Galerie. Denn 3x 14 Motive dieser irreführenden EU-Hate-Speech sieht die TPD 2 vor, jährlich wechseln die Bilder, die dummen Sprüche bleiben, und ab nächstes Jahr geht es rotierend wieder mit der ersten Staffel los.

Die Online-Galerie bietet das Gegengift: Eine lohnende Abrechnung mit der schwarzen Holzhammer-Pädagogik in Bild und Schrift. Samt aufschlussreichen Zitaten. Diesmal serviert die Antitabaklobby uns z.B. einen ganz billigen Trick: Eine helle und eine dunkle Lunge, die den EU-Untertanen weismachen soll, man könne an der Lunge Nichtraucher und Raucher unterscheiden. Lasst euch nicht verarschen! Mehr dazu in der Galerie. Denn wir zeigen dem Ekel den Mittelfinger.

Kaffeetasse, Mousepad, Beutel

Im Netzwerk-Rauchen-Spendenshop sind neue Produkte erhältlich! Nach dem Schockbilder-Album 2.0 und dem Flussblick-Poster können Sie als Dankeschön für eine kleine Spende nun Mousepads, Kaffeebecher und Leinenbeutel erhalten. Die Kaffeebecher sind aus Keramik und mit zwei unterschiedlichen Slogans zu haben.  Für zu Hause und auf der Arbeit, genau wie die schöne Unterlage für die Computermaus und der nicht nur für Hipster geeignete Tragebeutel.

Einfach hier bestellen, Porto ist inbegriffen.

 

Es weihnachtet wieder im Spendenshop

Im Netzwerk-Rauchen-Spendenshop gibt es nicht nur seit Kurzem den zweiten Ekelbilder-Sammelband. Pünktlich zur Weihnachtszeit können Sie nun zwei weitere Produkte als Dank für eine kleine Spende erhalten.

  • Das Poster Flussblick macht sich gut an der Wand. Das Bild zeigt ein Freizeitgelände, auf dem alles erlaubt ist – außer Rauchen, Radfahren, Grillen, Fußballspielen, Skaten, Hunden, Dicken, Essen, Trinken … Noch ein buntes Werk, aber immer mehr auch graue Realität.
  • Auf unseren Ekelschützern weihnachtet es! Den Einstecker für Zigarettenschachteln und die Banderolen für Tabakdosen – die gute Alternative zum Anblick der Schockfotos ­– ist wieder im jahreszeitlichen Design erhältlich. Nur begrenzte Zeit!

Porto inbegriffen. Machen Sie sich und anderen eine Freunde und unterstützen nebenbei unsere Arbeit. Für ein paar Euro sind Sie dabei!

Neues Album für Schockbilder

Der Schachtelteufel 2 ist fertig, der Nachfolger des erfolgreichen ersten Sammelalbums für Ekelbilder. Die Tabakproduktrichtlinie 2 beglückt uns bekanntlich mit gleich drei Staffeln der kranken Phantasie von EU-Bürokraten entsprungenen „Zigarettensammelbildchen“. Seit Mitte 2017 ist die zweite Garnitur im Umlauf, wieder für ein Jahr. Auch diesmal gilt es, ein Set von 14 verschiedenen Bildern zu ergattern, um das Album zu füllen. Erhältlich ist der Schachtelteufel 2 als Dankeschön für eine kleine Spende von 3 Euro an Netzwerk Rauchen in unserem Spendenshop.

Auch das neue Album für 2017/18 enthält wieder wissenswerte Informationen über Manipulation und Irreführung, die die EU in Text- und Bildform verbreitet, und kluge Zitate. Siehe die aktuelle Online-Galerie.

Umfrage: Schlechtere Produkte durch TPD2

Ab dem 20. Mai 2016 dürfen in Deutschland nur noch Tabakwaren nach der neuen Tabakproduktrichtlinie der EU (TPD 2) in Umlauf gebracht werden. Deren berüchtigstes Element sind die Ekelbilder, die seither die Packungen verunstalten. Aber auch das Produkt selbst – die Zigaretten bzw. der Lose Tabak – sind betroffen: Aromenverbote und Zubereitungsschikanen schränken die Möglichkeit der Hersteller ein, den Rauchern die bisher geschätzte Ware zu fabrizieren. Das greift viel tiefer in das Leben der Bürger und Verbraucher ein als die äußere Oberfläche der postfaktischen Schockfotos.

Netzwerk Rauchen hat daher im Frühjahr eine Online-Umfrage durchgeführt, um zu erfahren, wie sich das Raucherlebnis (Geschmack und Rauchverhalten) verändert hat. Die Umfrage erbrachte, dass viele Raucher negative Veränderungen durch die neuen Rezepturen bemerkt haben – wie von uns befürchtet. Bei den Fertigzigaretten betreffen die Klagen vor allem geschmackliche Verschlechterungen und ein ungünstigeres Abbrandverhalten. (Eine weitere Verschlimmerung gegenüber der Einführung der sog. „Feuersicheren“ Zigarette 2011.)

Bei Dreh- und Stopftabak stoßen sich die Raucher an anderen Problemen, nämlich solchen, die die Beschaffenheit vor dem Abbrennen betreffen – Grobstücken und Trockenheit. Die Lieblingsmarke kann – wegen eines verbotenen Aromas – auch ganz vom Markt verschwunden sein.

Diagramm Umfrage: Schlechterer Tabak in der Ekelpackung?
Diagramm Umfrage: Schlechterer Tabak in der Ekelpackung?

41 Prozent der befragten Raucher (Fertigzigaretten, Dreh- und Stopftabak, Mehrfachnennenungen möglich) bemerken Verschlechterungen.]

Kein Teilnehmer berichtet eine Verbesserung des Geschmacks/Rauchverhaltens durch die TPD2-Produkte. Rund die Hälfte der Zigarettenraucher beklagt eine Verschlechterung. Beim Losen Tabak sind es etwas weniger, nur ein knappes Drittel. Ein Grund dafür dürfte in der höheren Verwendung zusatzstofffreier Tabake bei dieser Gruppe in unserer Stichprobe (im Vergleich zu den Zigarettenrauchern) liegen, denn diese Tabake sind in geringerem Maße von veränderten Zubereitungsvorschriften betroffen.

Es zeigt, dass die TPD2 – wie erwartet – zu schlechteren Waren für einen Großteil der Tabakgenießer geführt hat. Und das bei den den turmhoch gekletterten Strafsteuern, die dafür zu entrichten sind. In einigen Jahren droht sogar eine drastischere Produktvergewaltigung, nämlich die Nikotionminierung.

EU vernichtet Kautabakherstellung in Deutschland

Die letzte Kautabakfabrik in Deutschland musste im Dezember letzten Jahres schließen. Das Unternehmen Grimm & Triepel, 1849 gegründet, wurde verkauft. Die Produktionsstätte in Witzenhausen-Unterrieden (Hessen) hat die novellierte Tabakproduktrichtlinie der EU (TPD 2) nicht überlebt.

Grimm & Triepel hatte als einziges Unternehmen in der BRD nicht nur die rückläufigen Verkaufszahlen beim Kautabak überstanden, sondern auch die durch die Enteignung der Unternehmerfamilie seitens der SED-Regimes aufgebaute, staatliche Kautabakproduktion in der DDR, welche nach der Wiedervereinigung beendet wurde.

Was unter den Ost-Berliner Stalinisten noch möglich war, geht unter Brüsseler Herrschaft nicht mehr. Die EU-Vorgaben zu den Inhaltsstoffen von Tabakwaren hätte das Unternehmen nur durch die Einstellung eines eigenen Lebensmittelchemikers einhalten können. Das allerdings wäre bei einem Personalbestand von zuletzt nur drei Mitarbeitern gänzlich unwirtschaftlich gewesen.

Dies zeigt deutlich, dass neben weiteren Kritikpunkten an der TPD 2 auch ihre Feindlichkeit gegenüber kleineren Unternehmen an den Pranger gestellt gehört. Big Government (hier die EU) gestaltet Regulierung generell so, dass Big Business (die Konzerne) damit besser zurechtkommen als mittlere und kleinere Firmen. Das erkennt man auch bei den Werbeverboten: Für große Hersteller ist es kein Problem, die verbleibenden Möglichkeiten wie Kino- und Plakatreklame zu nutzen, ein Unternehmen wie Grimm & Triepel bräuchte eigentlich speziellere Medienkanäle, die ihm aber gesetzlich verbaut sind.

Immerhin wird die Witzenhausener Manufaktur als Museum weiterleben und an bessere Zeiten erinnern. Das heutige Nischenprodukt Kautabak geht auf amerikanische Ureinwohner zurück und hat in den USA u.a. als Vorläufer des Kaugummikauens Bedeutung erlangt.

Unsere Werte sind nicht eure Werte, liebe EU.

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